Research Report · Reihe 02 · B2B-Marketing

Deutschland · Österreich · Schweiz

Mit KI-Unterstützung erstellt

12 Unternehmen im DACH-Raum
setzen KI-Avatare nachweislich ein.

Überwiegend nicht in der Werbung. Der belegte Einstieg passiert in Training, mehrsprachiger Lokalisierung und interner Kommunikation — dort, wo ein Kapazitätsdeckel existiert und niemand getäuscht wird. Marketing ist die kleinste und am dünnsten belegte Kategorie.

Aufgenommen wurde nur, was mit einer abrufbaren Quelle belegt ist. Chatbots, Voicebots, 3D-Animationsfiguren und alte Proof-of-Concepts sind ausgeschlossen und in Abschnitt 10 mit Begründung dokumentiert. Wo keine Zahl belegt ist, steht k. A. — nicht geschätzt.

  • 9 Deutschland
  • 2 Österreich
  • 1 Schweiz
  • 0 Recruiting
Recherchestand
2. August 2026
Bestätigte Fälle
12 — davon 8 operativ/skaliert, 1 Einmalkampagne, 3 unklar
Evidenzgrade
A: 2 · B: 7 · C: 3
Dominante Plattformen
Synthesia (Text-zu-Video) und HeyGen (Klon & Übersetzung)
Herausgeber
DESIGNROAD71 · Markus Morgenweck

Mit KI-Unterstützung erstellt

Recherche, Quellenauswertung und Textentwurf dieser Seite wurden mit Unterstützung generativer KI erstellt. Alle Aussagen wurden manuell geprüft, gegen die verlinkten Quellen abgeglichen und redaktionell überarbeitet. Die redaktionelle Verantwortung für Auswahl, Einordnung und Veröffentlichung liegt bei Markus Morgenweck.

Methodischer Hinweis Warum wir freiwillig kennzeichnen — und was das nicht bedeutet

Diese Kennzeichnung ist eine freiwillige Angabe und keine Zusicherung rechtlicher Konformität. Sie ist keine Rechtsberatung.

Für eine reine Textseite, die menschlich geprüft und redaktionell verantwortet wird, ist eine Offenlegung nach Artikel 50 der KI-Verordnung nach dem Normtext voraussichtlich nicht verpflichtend: Die Pflicht greift für Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse dann nicht, wenn der Inhalt einer menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurde und eine benannte natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung trägt (Artikel 50 KI-VO, nicht-amtliche Volltextwiedergabe). Die Europäische Kommission beschreibt als offenzulegenden Fall ausdrücklich Textveröffentlichungen zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ohne menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle (Europäische Kommission — Leitlinien zur Transparenz KI-generierter Inhalte).

Wir kennzeichnen trotzdem, weil Glaubwürdigkeit hier der eigentliche Gegenstand ist. Wichtig ist die Abgrenzung: Sobald Bild-, Audio- oder Videoinhalte im Sinne eines Deepfakes hinzukämen, existiert diese Redaktionsausnahme nicht (Artikel 50 Absatz 4 KI-VO). Ergänzend besteht ein Verhaltenskodex für die Transparenz von KI-generierten Inhalten. Maßgeblich bleiben Gesetzestext, Leitlinien und der Einzelfall.

01 — Executive Snapshot

Die Zahlen, die tatsächlich belegt sind

Fünf Kennzahlen aus fünf unterschiedlichen Unternehmen — bewusst nebeneinander statt zusammengerechnet. Die Bezugsgrößen sind verschieden definiert (Kosten, Zeit, Reichweite, Kapazität), eine Mittelwertbildung würde Genauigkeit vortäuschen.

Bosch · Deutschland

~10.000

KI-gestützte Videos konzernweit erstellt

„Für Tausende Mitarbeitende Teil des Arbeitsalltags“ — größter belegter Skalierungsgrad in Deutschland. Handelsblatt

Würth-Gruppe · Deutschland

80%

Kostenersparnis gegenüber Studio-Voiceovers

Vorher: 800–1.200 € je 10 Minuten Audio. Produktionszeit halbiert, bis zu 10 Sprachen. HeyGen-Fallstudie

RHI Magnesita · Österreich

+384%

Traffic auf der Lernplattform binnen 12 Monaten

Zugleich −72 % Ausgaben und 4,8/5 Zufriedenheit — begleitet vom Formatumbau auf 5–10-Minuten-Module. Synthesia-Fallstudie

UBS · Schweiz

1.0005.000 Anstieg von rund 1.000 auf ein Ziel von 5.000 Videos pro Jahr

Videos pro Jahr — bisheriger Studio-Deckel und Zielgröße

Bezugsgröße: ~50.000 Research-Dokumente jährlich. ~35–36 von 720 Analyst:innen haben einen Avatar. Finextra

Lufthansa Group · AT/DE

12,4%

Click-Through-Rate der B2B-Kampagne (CTOR 42 %)

Der einzige belegte externe Wirkungsnachweis im gesamten Sample — und zugleich eine Einmalkampagne. Virtual Identity

Kernaussage

Belegt ist Produktionsökonomie, nicht Geschäftswirkung. Keiner der zwölf Fälle weist einen kausalen Umsatz-, Pipeline- oder Abschlusseffekt aus. Wer Avatare mit einem Umsatzversprechen begründet, hat dafür in dieser Recherche keine Grundlage.

02 — Verteilung im DACH-Raum

Neun · zwei · eins

Kein Kartenbild, sondern ein Raster: Jede Zelle ist ein bestätigter Fall, jede Spalte ein Land. Die Schweiz ist mit einem einzigen Fall stark unterrepräsentiert — das ist ein Befund über die Quellenlage, nicht über den Markt.

DE

Deutschland

9 bestätigte Fälle

  • Deutsche Telekom — Evidenzgrad A
  • BSH Hausgeräte — Evidenzgrad B
  • Bosch — Evidenzgrad B
  • Würth-Gruppe — Evidenzgrad B
  • trivago — Evidenzgrad B
  • STUDIO 47 — Evidenzgrad B
  • SAP — Evidenzgrad C
  • Merck KGaA — Evidenzgrad C
  • METRO AG — Evidenzgrad C

Breitestes Spektrum: Training, Lokalisierung, Führungskommunikation, Partner-Enablement, Nachrichtenproduktion.

AT

Österreich

2 bestätigte Fälle

  • RHI Magnesita — Evidenzgrad B
  • Lufthansa Group / Austrian Airlines — Evidenzgrad B

Zwei sehr unterschiedliche Pole: der dichteste Trainings-Case des Samples und die einzige belegte B2B-Marketingkampagne.

CH

Schweiz

1 bestätigter Fall

  • UBS — Evidenzgrad A

Zugleich der am besten dokumentierte Governance-Fall. Französisch- und italienischsprachige Quellen wurden nur punktuell erfasst — Abdeckungsrisiko.

Reifegrad der bestätigten Fälle

  • 8 Operativ / skaliert, teilweise im Ausbau BSH, Bosch, Würth, RHI Magnesita, UBS, STUDIO 47, Deutsche Telekom, trivago
  • 0 Laufender Pilot ohne skalierten Einsatz — keiner
  • 1 Einmalige Kampagne / Experiment Lufthansa Group (Johann-Strauss-Avatar, 2025)
  • 2 Unklar / nur Nennung ohne Detail SAP, METRO AG

Hinweis: Merck KGaA ist in der Reifegrad-Tabelle des Reports nicht zugeordnet; im Detailprofil ist der Status als „unklar“ beschrieben. Die Summe dieser vier Gruppen ergibt daher 11, nicht 12.

03 — Alle 12 bestätigten Fälle

Der Fall-Explorer

Filtern nach Anwendungsfall und Evidenzgrad. Jeder Fall trägt Land, Branche, Reifegrad, Zielgruppe, Plattform, das vom Unternehmen selbst genannte Motiv, das messbare Ergebnis und die Quellen. Mehrfachzuordnung ist möglich — Legende zu den Evidenzgraden.

Anwendungsfall

Evidenzgrad

12 von 12 Fällen sichtbar

CH · Zürich — Bank, Research für institutionelle und Wealth-Kunden

UBS

Evidenz A

Reifegrad
Operativ seit Januar 2025, im aktiven Ausbau
Use Case / Zielgruppe
Fotorealistische Avatare echter Analyst:innen fassen Research-Notizen zusammen; Zielgruppe: Bestandskunden, Videos „den Kunden vorbehalten“
Plattform
Synthesia (Avatar) + OpenAI (Skriptgenerierung)
Genanntes Motiv
„Es gibt zwei Treiber: den Kundentreiber und den Effizienztreiber.“ — Scott Solomon, Head of Global Research Technology (Übersetzung)
Messbares Ergebnis
~35–36 von 720 Analyst:innen mit Avatar · Ziel 5.000 Videos/Jahr statt bisher ~1.000 (Studio-Limit) · Bezugsgröße ~50.000 Research-Dokumente/Jahr

Inspiration Die einzige vollständige Governance-Blaupause im Sample: Freiwilligkeit, HR-Freigabe, menschliche Freigabe jedes Skripts und Videos, KI-Hinweis in jedem Video.

Quellen Finextra, Business Insider, netzwoche, Yahoo Finance/Fortune

DE · Bonn — Telekommunikation, B2C + T Business B2B

Deutsche Telekom

Evidenz A

Reifegrad
Operativ (Händler-Programm, Hilfe-Videos) plus Event-Einsatz — drei parallele Stränge
Use Case / Zielgruppe
(1) Digital Twin „Stefan“ in YouTube-Hilfe-Videos für Endkund:innen, (2) KI-Avatar „Judy“ als Messe-Guide auf der Digital X 2024, (3) personalisierte Händler-Avatare für Social Media der Handelspartner
Plattform
Video-Tool: k. A. · „Judy“ auf GPT-4 bzw. Business GPT, entwickelt von Telekom MMS
Genanntes Motiv
„Avatare sind für uns weit mehr als eine nette Spielerei. Hier helfen sie uns bei der Visualisierung von Informationen also Videos effizienter zu erstellen.“ — Stefan Sieloff, Innovationsmanager. Zum Händlerprogramm: Kundenfrequenz im Handel erhöhen.
Messbares Ergebnis
Reichweiten- und Conversion-Zahlen: k. A. · Qualitativ: 24/7-Verfügbarkeit der Hilfe-Clips; Beispielhändler postet 2–3×/Woche; Digital X 2024 mit rund 50.000 Besucher:innen

Inspiration Der stärkste B2B-Hebel ist nicht der Konzern-Avatar, sondern die Weitergabe der Technologie an das Händlernetz — kopierbar für jeden Hersteller mit indirektem Vertrieb.

Quellen LinkedIn Sieloff, Telekom Presse, Telekom Digital X, Telekom YouTube, digital-x.eu

DE · München — Hausgerätehersteller, B2B-Lieferkette + B2C-Marken

BSH Hausgeräte Gruppe

Evidenz B

Reifegrad
Operativ, aus einem Pilotprojekt skaliert
Use Case / Zielgruppe
Web Based Trainings in der Supply Chain mit virtuellem Moderator; Zielgruppe: Mitarbeitende weltweit, 500 Ersteller:innen teilen Wissen mit 60.000 Kolleg:innen
Plattform
Synthesia
Genanntes Motiv
Drei Treiber: Kosten („hoher fünfstelliger Bereich“ für Schauspieler, Studios, Ausrüstung), fehlende Flexibilität bei Updates, Übersetzungsaufwand. „Ein virtuelles Training wie dieses ist ein großartiger Beleg für Professionalität.“ — Dennis Hein, Head of Global Planning and Logistics
Messbares Ergebnis
>70 % Einsparung bei externer Videoproduktion · +30 % Engagement im E-Learning · >30.000 Zugriffe · ~500 aktive Ersteller:innen

Inspiration Die Wirkung entstand nicht durch ein Leuchtturmvideo, sondern durch 500 befähigte Ersteller:innen auf einem bereits vorhandenen LMS.

Quellen Synthesia-Fallstudie, Startup Autobahn

DE · Gerlingen — Technologie- und Zulieferkonzern, stark B2B

Bosch

Evidenz B

Reifegrad
Operativ, konzernweit — Teil von gut 160 identifizierten GenAI-Nutzungsszenarien
Use Case / Zielgruppe
KI-generierte Präsentationen mit Avataren und Übersetzung bestehender Trainingsvideos; Mitarbeitende können eigene Avatare erstellen
Plattform
Synthesia (Avatar-Präsentationen) + HeyGen (Übersetzungen)
Genanntes Motiv
„Mit digitalen, mehrsprachigen Avataren steigern wir Engagement und reduzieren Zeit und Kosten“ (Bosch-Formulierung, Übersetzung); Ziel: „video production at scale“
Messbares Ergebnis
Konzernweit „zehntausend KI-gestützte Videos“ · „für Tausende Mitarbeitende Teil des Arbeitsalltags“

Inspiration Zwei Tools für zwei Jobs: Text-zu-Video für Neuproduktion, Klon- und Übersetzungstechnik für den bestehenden Videobestand.

Quellen heise, Handelsblatt, Startup Autobahn

DE · Künzelsau — Befestigungs- und Montagetechnik, reines B2B

Würth-Gruppe

Evidenz B

Reifegrad
Operativ — „video-first“-Transformation von schriftlicher zu videobasierter Kommunikation
Use Case / Zielgruppe
Monatliche Executive-Updates der Regional Executive Vice Presidents in bis zu 10 Sprachen; mehrsprachige Produkt- und Vertriebstrainings; Zielgruppe: Mitarbeitende in APAC, Europa und Amerika sowie Kunden
Plattform
HeyGen — „HeyGen is without an alternative“ (Andreas Henschel)
Genanntes Motiv
„Creating voiceovers in external studios costs €800 to €1,200 for 10 minutes of audio“; Untertitel waren „unzureichende Lösung“; Wissenstransfer F&E → Produktmanagement → globaler Außendienst als Engpass
Messbares Ergebnis
80 % Kostenersparnis · Produktionszeit halbiert · 65-Min.-CEO-Präsentation in 8 Sprachen in 4 statt mindestens 8 Arbeitstagen · Einarbeitung ins Tool in 45 Minuten

Inspiration Der ROI liegt nicht in neuen Videos, sondern im Wegfall der Sprachbarriere zwischen Entwicklung, Produktmanagement und Außendienst.

Quellen HeyGen-Fallstudie

AT · Wien — Feuerfest-Industrielösungen, reines B2B

RHI Magnesita

Evidenz B

Reifegrad
Operativ, verankert in Lernplattform und globaler Supply-Chain-Akademie
Use Case / Zielgruppe
HR-Programme (Führungskräfteentwicklung, Zielsetzung, Leistungsmanagement), DEI-Programme, technische Supply-Chain-Trainings inkl. SAP-Demos; über 1.100 Mitarbeitende in fünf Regionen
Plattform
Synthesia
Genanntes Motiv
„In der Vergangenheit haben wir stark auf textlastige Dokumente und einfache Videoaufnahmen gesetzt, die die Mitarbeiter nicht vollständig einbezogen“ — Bronislava Biela, Head of Global Employee Engagement
Messbares Ergebnis
40 % Zeitersparnis (5-Min.-Video in 30–40 Min.) · +384 % Traffic auf der Lernplattform in 12 Monaten · 3× Zuschauerzahl · 4,8/5 Zufriedenheit · −72 % Ausgaben · 6 Sprachen

Inspiration Der Sprung entstand durch das Format-Redesign von 60 auf 5–10 Minuten. Der Avatar macht dieses Redesign ökonomisch machbar — er ist nicht selbst die Ursache.

Quellen Synthesia-Fallstudie

AT–DE — Luftfahrt; B2B-Kommunikation an Reisebüros und Corporate Travel Manager

Lufthansa Group / Austrian Airlines

Evidenz B

Reifegrad
Einmalige Kampagne 2025 mit Event-Ausbaustufe im Oktober 2025; Setup war auf Skalierung angelegt
Use Case / Zielgruppe
KI-Avatar „Johann Strauss II“ als digitales Testimonial in einer B2B-Kampagne plus interaktiver Avatar beim B2B-Event im House of Strauss, Wien; Zielgruppe: Reisebüropartner und Corporate Travel Manager
Plattform
HeyGen; Umsetzung durch die Agentur Virtual Identity. Avatar-Vorlage war ein Austrian-Airlines-Mitarbeiter, kein externer Schauspieler
Genanntes Motiv
Auffallen „in der Informationsflut der Reisebüros“; Positionierung als Vorreiter für verantwortungsvolle KI — „ohne in sensible Bereiche rund um synthetische Influencer zu geraten“
Messbares Ergebnis
CTR 12,4 % · Click-to-Open-Rate 42 % · Silber „B2B Communications“ und Bronze „AI Communications & Content Creation“ bei den Digital Communication Awards · Nominierung iab WebAD

Inspiration Der einzige Fall mit einer bewusst erkennbar fiktiven, historischen Figur. Das umgeht die Täuschungsdebatte und liefert trotzdem messbare B2B-Performance.

Quellen Virtual Identity

DE · Düsseldorf — Hotelpreis-Vergleich; hier: eigene Werbeproduktion

trivago

Evidenz B

Reifegrad
Operativ — TV-Spots in 30 Regionen in weniger als einem Jahr
Use Case / Zielgruppe
Simultane Lokalisierung der „Mr. trivago“-TV-Kampagne für 30 Märkte, in-house durch Creative-Director- und Motion-Design-Teams
Plattform
HeyGen, nach Tests mehrerer generativer KI-Plattformen ausgewählt
Genanntes Motiv
Ein Markengesicht für alle Sprachen behalten; die Suche nach einem mehrsprachigen Schauspieler war teuer und langsam. „We did tests with other companies and HeyGen was always on top for quality“ — João Laureano, Creative Director
Messbares Ergebnis
Post-Produktionszeit halbiert · im Schnitt 3–4 Monate gespart · 15 Märkte in 3 Monaten · TV-Spots in 30 Regionen

Inspiration Nicht ein KI-Gesicht erfinden, sondern ein bereits eingeführtes echtes Markengesicht sprachlich vervielfältigen. Wichtige Einschränkung: Lokalisierung und Text-to-Speech, kein vollsynthetischer Präsentierender.

Quellen HeyGen-Fallstudie

DE · Duisburg — Regionalfernsehen + Mediendienstleistungen für DE/AT/NL

STUDIO 47

Evidenz B

Reifegrad
Operativ, in die eigene Newsroom-Plattform integriert
Use Case / Zielgruppe
Digitale Avatare bekannter Moderator:innen für tägliche und Eilnachrichten, mehrkanalig für TV, Web und Social; Zielgruppe: über 650.000 Zuschauende, zusätzlich andere Redaktionen als B2B-Kunden
Plattform
HeyGen, per API in die Suite aus NewsHub, BotCast und ClipSense eingebunden
Genanntes Motiv
„Unser Kernziel ist es, Journalist:innen für höherwertige Aufgaben freizuspielen, indem wir KI als ‚journalistischen Geschirrspüler‘ nutzen“ — Sascha Devigne, Chefredakteur (Übersetzung)
Messbares Ergebnis
80 % schnellere Nachrichtenproduktion · 60 % Kostensenkung bei Studio- und Post-Produktion

Inspiration Der weitestgehende Einsatz im Sample — und zugleich der mit dem größten Vertrauensrisiko, weil ein publizistischer Kontext betroffen ist. Hier greifen zusätzliche Offenlegungserwägungen.

Quellen HeyGen-Fallstudie, Art. 50 KI-VO

DE · Walldorf — Unternehmenssoftware, reines B2B

SAP

Evidenz C

Reifegrad
Unklar — Nutzung bestätigt, Umfang nicht offengelegt
Use Case / Zielgruppe
Straffung der internen Video-Asset-Erstellung; im Handelsblatt zusätzlich Bezug auf SAP-Trainings für „Fachkräfte weltweit“. Konkrete Kanäle: k. A.
Plattform
Synthesia
Genanntes Motiv
„Der Prozess der Einführung von Synthesia verlief für unser Team sehr reibungslos und schnell“ — Niraj Singh, Head of SAP Experience Garage (Übersetzung)
Messbares Ergebnis
k. A. namentlich zugeordnet. Der Wert „70 % schnellere interne Video-Asset-Erstellung“ steht auf der Synthesia-Kategorieübersicht ohne Firmennennung und wird hier nicht als SAP-Kennzahl gewertet.

Inspiration Die einzige verwertbare Lektion ist prozessual: Der Einführungsengpass im Großkonzern ist die Freigabe gegen interne Standards, nicht die Technik.

Quellen Synthesia-Fallstudie, Synthesia-Übersicht, Handelsblatt

DE · Darmstadt — Pharma / Life Science / Electronics, überwiegend B2B

Merck KGaA

Evidenz C

Reifegrad
Unklar — Nutzung bestätigt, Detailtiefe gering. In der Reifegrad-Tabelle des Reports nicht zugeordnet
Use Case / Zielgruppe
Skalierung der Content-Erstellung an über 60.000 Mitarbeitende in Dutzenden Ländern in deren eigener Sprache. Kanäle: k. A.
Plattform
Synthesia
Genanntes Motiv
„Wir können Videoinhalte nicht in Wochen oder Tagen, sondern in Minuten erstellen“ — Prashanth Poli, Group Data & AI Strategy Project Manager (Übersetzung)
Messbares Ergebnis
Verdopplung der internen Adoption (2×) · weitere Kennzahlen: k. A.

Inspiration Der genannte Engpass — Ideen sind da, ihre Verteilung in Landessprachen nicht — begründet den Einsatz über Distribution, nicht über Kreation.

Quellen Synthesia-Fallstudie, Handelsblatt

DE · Düsseldorf — Lebensmittelgroßhandel, rein B2B (Gastronomie/Handel)

METRO AG

Evidenz C

Reifegrad
Unklar — Fallstudienseite vorhanden, Fließtext beim Abruf nicht ausspielbar
Use Case / Zielgruppe
Mehrsprachige Trainings schneller skalieren; kontextuell Mitarbeitende in über 30 Ländern. Präzise Zielgruppe: k. A.
Plattform
Synthesia
Genanntes Motiv
k. A. — kein Zitat abrufbar
Messbares Ergebnis
k. A.

Inspiration Kein belastbarer Lerninhalt ableitbar. Der Fall taugt nur als Beleg dafür, dass auch reine B2B-Großhandelsorganisationen die Technologie einsetzen.

Quellen Synthesia-Fallstudie, Handelsblatt

Evidenzgrade

A — Erstpartei-Belege des Unternehmens oder mehrere unabhängige, reputierte Quellen mit namentlich Verantwortlichen. B — detaillierte Anbieter- oder Agentur-Fallstudie mit namentlichen Sprecher:innen und Kennzahlen, teils extern bestätigt, ohne abrufbare Eigenpublikation. C — Nutzung belegt, aber ohne operative Details, Kanäle oder zurechenbare Kennzahlen.

04 — Deep Dives

Sieben Fälle, die man kennen muss

Ausgewählt nach Evidenzgrad, B2B-Relevanz, Konkretheit der Zahlen und Übertragbarkeit auf den Mittelstand. Die Reihenfolge folgt dem Muster belegte Governance → belegte Effizienz → belegte Skalierung → belegter Außenauftritt.

01

Schweiz · Bank · Evidenz A

UBS macht Governance zur Voraussetzung, nicht zum Nachtrag

Die Ausgangslage ist eine reine Kapazitätsrechnung: rund 50.000 Research-Dokumente pro Jahr stehen etwa 1.000 möglichen Videos gegenüber, begrenzt durch die Studiokapazität. Analyst:innen verfassten rund zwei Notizen pro Woche, gingen aber nur einmal pro Quartal ins Studio (Business Insider). Seit Januar 2025 nehmen Analyst:innen einmalig Aussehen und Stimme auf; ein Sprachmodell erzeugt aus jedem neuen Report ein Skript, das die Analystin oder der Analyst freigibt, bevor der Avatar das Video generiert (Finextra).

Entscheidend für DACH-Entscheider:innen ist nicht die Technik, sondern das Regelwerk drumherum: Die Teilnahme ist freiwillig, das HR-Team hat das Opt-in-Programm vor dem Start genehmigt, jedes Skript und jedes Video wird menschlich freigegeben — auch bei der geplanten Vollautomatisierung — und jedes Video enthält einen expliziten Hinweis auf die KI-Erzeugung (Cryptopolitan zum FT-Bericht, netzwoche). Die Bank benennt auch eine Grenze offen: Bei manchen Akzenten kam es zu einem Abflachungseffekt, weshalb der Start für Betroffene zurückgestellt wurde.

„Es ist in keiner Weise ein Versuch, den Analysten aus Fleisch und Blut zu ersetzen.“ Scott Solomon, Head of Global Research Technology, UBS — deutsche Wiedergabe

02

Deutschland · Hausgeräte · Evidenz B

BSH skaliert nicht Videos, sondern Ersteller:innen

Der dokumentierte Einsatz liegt im Global Supply Chain Training — Web Based Trainings mit einem virtuellen Moderator statt „langweiliger PDFs oder Folien zum Durchklicken“. Das Team prüfte das Startup-Ökosystem im Bereich synthetischer Medien und wählte Synthesia für einen Piloten; BSH war laut Bosch-Ökosystembericht „the first subsidiary to test and rollout Synthesia“ (Synthesia, Startup Autobahn).

Genannt werden drei Treiber: Kosten für Schauspieler, Studios und Ausrüstung „im hohen fünfstelligen Bereich“, die faktische Unmöglichkeit, fertige Videos zu aktualisieren, und ein Übersetzungsaufwand, der „zeitaufwändig, kostspielig und schwer zu skalieren“ war. Der eigentliche Effekt entstand jedoch über die Verbreiterung: rund 500 aktive Ersteller:innen teilen Wissen mit 60.000 Kolleg:innen weltweit.

03

Deutschland · Befestigungstechnik · Evidenz B

Würth beziffert den Engpass, den fast jeder Mittelständler kennt

Über 400 Gesellschaften, 2.800 Niederlassungen, 88.000 Mitarbeitende in über 80 Ländern — und ein Wissenstransferproblem, das Andreas Henschel aus der Konzernkommunikation wörtlich benennt: Produktwissen musste von F&E über das Produktmanagement bis zum globalen Außendienst gelangen, in jeder Sprache. Studio-Voiceovers kosteten dabei 800 bis 1.200 Euro je zehn Minuten Audio, Untertitel galten als „unzureichende Lösung“ (HeyGen).

Heute laufen monatliche Updates der Regional Executive Vice Presidents in bis zu zehn Sprachen über Intranet-Systeme, die Inhalte automatisch an die Spracheinstellung der Nutzenden anpassen. Bemerkenswert ist der zweite, unterschätzte Vorteil: Produktänderungen lassen sich ohne kompletten Neudreh einpflegen — „that's something our trainers are discovering is a huge asset“.

„Creating voiceovers in external studios costs €800 to €1,200 for 10 minutes of audio depending on the required language.“ Andreas Henschel, Würth-Gruppe

04

Deutschland · Telekommunikation · Evidenz A

Deutsche Telekom gibt die Technologie an ihre Händler weiter

Drei Stränge laufen parallel: der Digital Twin „Stefan“ als „erster virtueller Kollege“ in YouTube-Hilfe-Videos, der Messe-Avatar „Judy“ auf Basis von GPT-4 und Business GPT, entwickelt von Telekom MMS, und ein Programm personalisierter Händler-Avatare (LinkedIn Sieloff, Telekom, Telekom YouTube).

Der interessanteste Teil ist der dritte. Lokale Händler verlängern nationale Kampagnen auf ihre eigenen Social-Media-Kanäle, ein Beispielhändler postet zwei bis drei Mal pro Woche. Seine Begründung ist die ehrlichste Zustandsbeschreibung im gesamten Sample: „Ich hatte mich bisher an Social Media nicht rangetraut, weil es für mich sehr kompliziert erschien.“ Für die Produktion reichen wenige Sätze vor der Kamera. Reichweiten- oder Conversion-Zahlen liegen allerdings nicht vor: k. A.

„Wir nutzen KI nicht, um Jobs zu ersetzen, sondern um bestehende Ressourcen sinnvoll einzusetzen.“ Stefan Sieloff, Innovationsmanager, Deutsche Telekom

05

Österreich · Feuerfest-Industrie · Evidenz B

RHI Magnesita: Der Avatar war nicht der Hebel — das Format war es

Der Ausgangszustand: textlastige Dokumente und einfache Videomitschnitte, „die die Mitarbeiter nicht vollständig einbezogen und nicht so verständlich waren, wie es für die Schulungsakzeptanz erforderlich war“, so Bronislava Biela, Head of Global Employee Engagement. Heute laufen HR-Programme, DEI-Inhalte und technische Supply-Chain-Trainings inklusive SAP-Demos über die Lernplattform, kombiniert mit Live-Q&A-Sitzungen (Synthesia).

Der oft zitierte Sprung von +384 % Plattform-Traffic entstand nicht durch den Avatar allein: Parallel wurden Einstundenmitschnitte auf Module von fünf bis zehn Minuten verkürzt. Das Format-Redesign ist der eigentliche Hebel — der Avatar macht es wirtschaftlich machbar. Wer nur das Tool kauft und die Formate lässt, wie sie sind, kauft die halbe Wirkung.

06

Österreich/Deutschland · Luftfahrt · Evidenz B

Lufthansa Group wählt eine Figur, die niemand für echt halten kann

Die Kernbotschaften an Reisebüropartner und Corporate Travel Manager sollten „in der Informationsflut der Reisebüros nicht untergehen“. Die Lösung war ein KI-Avatar von Johann Strauss II, der als „charmantes, digitales Testimonial“ durch eine „Travel Symphony“ führt; beim B2B-Event im House of Strauss in Wien kam ein interaktiver Avatar hinzu, mit dem Gäste über Screen und Mikrofon sprechen konnten (Virtual Identity).

Drei Governance-Details sind bemerkenswert: Als Avatar-Vorlage diente ein eigener Austrian-Airlines-Mitarbeiter statt eines externen Schauspielers, der interaktive Avatar wurde über eine umfangreiche Knowledge Base verhaltensbegrenzt und „wich heiklen Themen elegant aus“, und die Positionierung als verantwortungsvolle KI war ausdrückliches Ziel — „ohne in sensible Bereiche rund um synthetische Influencer zu geraten“. Ob der Avatar gegenüber Empfänger:innen als KI gekennzeichnet wurde: k. A.

07

Deutschland · Technologiekonzern · Evidenz B

Bosch beweist, dass es kein Einzelprojekt bleibt

Bosch identifizierte binnen weniger Monate gut 160 Nutzungsszenarien für generative KI; Avatar-Präsentationen sind eines davon. Die Toolwahl ist explizit arbeitsteilig: „Spezialanwendungen wie Synthesia für KI-generierte Präsentation mit Avataren, HeyGen für Übersetzungen etwa von Trainingsvideos“ (heise). Mitarbeitende können eigene Avatare erstellen, um die Ansprache persönlicher zu machen.

Der größte belegte Skalierungsgrad in Deutschland: konzernweit rund zehntausend KI-gestützte Videos, laut Bosch-Sprecherin „für Tausende Mitarbeitende Teil des Arbeitsalltags“ (Handelsblatt). heise rahmt die Strategie zugleich als „Gratwanderung zwischen Kostenersparnis mit KI und Know-how-Schutz“ — konkrete Regelungen zu Einwilligung, Betriebsrat oder Kennzeichnung sind nicht dokumentiert: k. A.

05 — Use-Case-Synthese

Wo die Evidenz dicht ist — und wo sie fehlt

Sieben Anwendungsfelder, sortiert nach Belegdichte. Die Reihenfolge ist selbst ein Befund: Je näher ein Einsatz an der externen Werbung liegt, desto dünner wird die Datenlage — und desto größer das Reputationsrisiko.

  1. 01

    Training und Onboarding

    Stärkste Evidenzlage

    Fünf bestätigte Fälle, drei davon mit mehreren unabhängigen Kennzahlen: BSH, RHI Magnesita und Bosch. Wiederkehrendes Muster: Der Ausgangszustand war überall statischer Text — „langweilige PDFs oder Folien zum Durchklicken“ bei BSH, „textlastige Dokumente und einfache Videoaufnahmen“ bei RHI Magnesita.

    BSH · Bosch · SAP · METRO · RHI Magnesita

  2. 02

    Mehrsprachige Lokalisierung

    Stärkste ökonomische Evidenz

    Hier liegen die härtesten Zahlen: 80 % Kostenersparnis und 800–1.200 € gesparte Studiokosten je 10 Minuten Audio bei Würth, 72 % geringere Ausgaben bei RHI Magnesita, 3–4 Monate Zeitersparnis bei trivago. Bosch trennt sogar toolseitig und nutzt HeyGen ausdrücklich für Übersetzungen (heise).

    Würth · RHI Magnesita · trivago · Bosch · METRO · Lufthansa Group

  3. 03

    Interne Kommunikation und Führungskommunikation

    Gute Evidenz

    Würth ist der klarste Fall: monatliche Executive-Updates in bis zu zehn Sprachen, eine 65-Minuten-Präsentation von CEO und Eigentümer in acht Sprachen in vier Arbeitstagen (HeyGen). Bosch nennt interne Firmennachrichten als Anwendungsfeld (Handelsblatt).

    Würth · Bosch

  4. 04

    Produkt- und Vertriebserklärung

    Mittlere Evidenz

    Würth beschreibt den Wissenstransfer von F&E über Produktmanagement zum globalen Außendienst als konkret gelöstes Problem; UBS überträgt dasselbe Muster auf die Research-Distribution an Kunden (Finextra); Deutsche Telekom nutzt Digital Twins für Produkt- und Themenerklärungen auf YouTube (LinkedIn).

    Deutsche Telekom · UBS · STUDIO 47

  5. 05

    Partner- und Händler-Enablement

    Nur ein Fall — aber der übertragbarste

    Deutsche Telekom stattet Handelspartner mit personalisierten Avataren aus, um nationale Kampagnen auf deren Social-Media-Kanäle zu verlängern und die Content-Fähigkeit im indirekten Vertrieb zu erhöhen (Telekom YouTube). Für Hersteller mit Händler-, Distributoren- oder Systemhausnetz ist das die interessanteste Struktur des gesamten Samples.

    Deutsche Telekom (mit Herweck AG)

  6. 06

    Messen und Events

    Gute Praxisevidenz, kaum Wirkungsdaten

    Deutsche Telekom setzte „Judy“ auf der Digital X 2024 als zentrale Anlaufstelle ein; rund 50.000 Besucher:innen erlebten Innovationen „im Gespräch mit einem KI-Avatar“ (Telekom). Lufthansa Group ergänzte die Kampagne um einen interaktiven Avatar in Wien. Harte Wirkungsdaten in beiden Fällen: k. A.

    Deutsche Telekom („Judy“) · Lufthansa Group

  7. 07

    Externes Marketing und Werbung

    Schwächste und riskanteste Kategorie

    Nur zwei belastbare Fälle: Lufthansa Group mit 12,4 % CTR und 42 % CTOR sowie trivago. Beide vermeiden bewusst das Muster „synthetischer Mensch als echter Kunde“ — Lufthansa über eine erkennbar historische Figur, trivago über die Lokalisierung eines echten Markengesichts.

    trivago · Lufthansa Group

08 — Kritischer Befund · Recruiting & Employer Branding

Kein einziger bestätigter DACH-Einsatz im Recruiting. Die verfügbare Messung ist negativ.

In dieser Recherche wurde kein DACH-Unternehmen mit verifiziertem operativem Avatar-Einsatz im Recruiting gefunden. Gegenteilig relevant ist eine PwC-Untersuchung: Bewerbende verglichen eine klassische Karriereseite mit einem KI-Avatar, der Fragen beantwortet und ein kurzes Vorstellungsgespräch simuliert. „Technische Schwierigkeiten und die Sorge, der Avatar sei der Ersatz für ein persönliches Gespräch, drückten die Bewertungen“ (PwC Deutschland).

KI-Avatar im Recruiting — Effektivität −15 %
KI-Avatar im Recruiting — Zufriedenheit −13 %
VR im Onboarding — Motivation +49 %
VR im Employer Branding — wahrgenommene Innovationskraft +35 %

Negative Werte sind zusätzlich schraffiert und tragen ihr Vorzeichen im Text. Skala 0–100 %. Quelle: PwC-Pressemitteilung; Vollstudie, Stichprobe und Methodik: k. A.

06 — Motive

Warum Unternehmen Avatare wählen

Gezählt wurde ausschließlich, was ein Unternehmen selbst gesagt hat — belegt durch ein Zitat oder eine zurechenbare Unternehmensaussage. Analystendeutungen sind hier nicht enthalten. Maximum ist 12 (alle Fälle); der höchste tatsächliche Wert ist 6.

Geschwindigkeit / Zeitersparnis 6

Merck · Würth · RHI Magnesita · trivago · STUDIO 47 · Deutsche Telekom

Mehrsprachigkeit / globaler Rollout 6

Würth · RHI Magnesita · BSH · METRO · trivago · Bosch

Kostensenkung 5

BSH · Würth · RHI Magnesita · STUDIO 47 · Bosch

Skalierung / Kapazitätsengpass überwinden 4

UBS · STUDIO 47 · Bosch · Deutsche Telekom

Engagement / Aufmerksamkeit 4

RHI Magnesita · BSH · Bosch · Lufthansa Group

Aktualisierbarkeit ohne Neudreh 2

Würth · BSH

Verfügbarkeit 24/7 2

Deutsche Telekom · STUDIO 47

Personalisierung 2

Deutsche Telekom · Bosch

Markenkonsistenz 2

trivago · Lufthansa Group

Mehrfachnennungen sind möglich — die Summe übersteigt zwölf. Skala 0–12 bestätigte Fälle.

Verzerrung, die man mitlesen muss

Ein großer Teil dieser Motive stammt aus Fallstudien der Anbieter Synthesia und HeyGen, also von Parteien mit kommerziellem Interesse. Unabhängige Nachprüfungen wurden nicht gefunden. Nicht enthalten, weil unterhalb der Darstellungsschwelle oder nur indirekt belegt: Personalressourcen freispielen (2), Barrierefreiheit (2), Kundennachfrage nach Videoformat (1), Datensouveränität (1, nur indirekt).

Was in keinem der zwölf Fälle als Motiv belegt ist

Personalabbau. Im Gegenteil wird die Abgrenzung ausdrücklich formuliert: „Wir nutzen KI nicht, um Jobs zu ersetzen“ (Deutsche Telekom) und „Es ist in keiner Weise ein Versuch, den Analysten aus Fleisch und Blut zu ersetzen“ (UBS).

07 — Messbare Ergebnisse

Sieben Unternehmen, sieben Bezugsgrößen

Bewusst kein Durchschnitt: Die Werte messen Kosten, Ausgaben, Zeit, Traffic, Klickraten und Kapazität — also nicht dasselbe. Jede Kachel steht für sich, jede Skala ist einzeln beschriftet.

BSH Hausgeräte · DE

  • Einsparung externe Videoproduktion >70 %
  • Engagement im E-Learning +30 %

Zusätzlich: >30.000 Zugriffe, ~500 aktive Ersteller:innen.

Synthesia

Würth-Gruppe · DE

  • Kostenersparnis vs. Studio-Voiceover 80 %
  • Verkürzung der Produktionszeit 50 %

Zusätzlich: 65-Min.-Präsentation in 8 Sprachen in 4 statt 8 Arbeitstagen.

HeyGen

RHI Magnesita · AT

  • Senkung der Ausgaben −72 %
  • Zeitersparnis bei der Videoerstellung 40 %

Außerhalb der 0–100-%-Skala: +384 % Plattform-Traffic, 3× Zuschauerzahl, 4,8/5 Zufriedenheit.

Synthesia

STUDIO 47 · DE

  • Beschleunigung der Nachrichtenproduktion 80 %
  • Kostensenkung Studio- und Post-Produktion 60 %

Kontext: publizistischer Einsatz — besondere Offenlegungsrelevanz.

HeyGen

trivago · DE

  • Verkürzung der Post-Produktion 50 %

Außerhalb der Skala: 3–4 Monate gespart, 15 Märkte in 3 Monaten, TV-Spots in 30 Regionen.

HeyGen

Lufthansa Group · AT/DE

  • Click-Through-Rate der B2B-Kampagne 12,4 %
  • Click-to-Open-Rate 42 %

Einziger belegter externer Wirkungsnachweis — aus einer Einmalkampagne.

Virtual Identity

UBS · CH — Kapazität statt Prozentwert

~35–36 von 720 Analyst:innen haben bislang einen Avatar (rund 5 %).

Finextra, Business Insider

Balkenskala je Kachel: 0–100 %. Werte unterschiedlicher Bezugsgrößen werden nicht zusammengefasst, nicht gemittelt und nicht in eine Rangliste gebracht.

08 — Entscheidungsrahmen

Wann ja, wann nein, was vorher stehen muss

Dieser Abschnitt ist ausdrücklich Synthese und Interpretation der oben belegten Fälle — keine Unternehmensaussage und keine Rechtsberatung. Jede Empfehlung trägt ihren Referenzfall.

Gut geeignet

  • Wiederkehrende Prozess- und Produkttrainings Häufige Updates ohne Neudreh; belegte Kostensenkung >70 %. Referenz: BSH
  • Mehrsprachige Rollouts ab drei Sprachen Höchster belegter ROI; Studio-Voiceover kostet 800–1.200 € je 10 Min. Referenz: Würth
  • Führungskommunikation an internationale Belegschaften Halbierte Produktionszeit bei erhaltener Personenbindung. Referenz: Würth
  • Skalierung von Expertenwissen bei Studio-Engpass Kapazitätsdeckel messbar aufgehoben. Referenz: UBS
  • Partner- und Händler-Enablement Content-Fähigkeit im indirekten Vertrieb steigern. Referenz: Deutsche Telekom
  • Messe-Guides und interaktive Event-Erlebnisse Belegte Praxistauglichkeit im Publikumsbetrieb. Referenz: Telekom „Judy“

Warnzeichen

  • Emotionale Endkundenkommunikation mit synthetischen „echten Menschen“ Der SBB-Fall zeigt das Reputationsrisiko in aller Deutlichkeit. Nau.ch
  • Recruiting-Erstkontakt Gemessen negative Effekte auf Effektivität (−15 %) und Zufriedenheit (−13 %). PwC
  • Starke Akzente und Stimmenindividualität UBS verschob den Rollout für Betroffene wegen des Abflachungseffekts. Cryptopolitan
  • Publizistische Inhalte von öffentlichem Interesse Hier greifen zusätzliche Offenlegungserwägungen nach Art. 50 Abs. 4 KI-VO. Art. 50 KI-VO
  • Fehlende Aktualisierungsroutine Der Vorteil „Änderung ohne Neudreh“ verpufft ohne Redaktionsprozess. Würth

Voraussetzungen — abgeleitet aus den Fällen

  1. Ein bestehender Distributionskanal

    In allen erfolgreichen Fällen existierte bereits LMS, Intranet, YouTube-Kanal oder Newsroom-System — bei Würth sogar mit automatischer Sprachzuordnung nach Nutzerprofil, bei STUDIO 47 per API-Integration.

  2. Formatumbau, nicht nur Toolkauf

    RHI Magnesita verkürzte parallel von 60-Minuten-Mitschnitten auf 5–10-Minuten-Module (Synthesia). Ohne dieses Redesign bleibt der Avatar ein teureres Aufnahmegerät.

  3. Dokumentierte Einwilligung bei Personenklonen

    UBS macht die Teilnahme freiwillig und ließ sie über HR freigeben (Cryptopolitan); Synthesia verlangt technisch eine aufgezeichnete Live-Einverständniserklärung (Synthesia).

  4. Menschliche Freigabe im Workflow

    UBS behält die Analysten-Freigabe für jedes Skript und jedes Video auch bei künftiger Vollautomatisierung bei (Business Insider).

  5. Interne Freigabestandards vorab klären

    SAP führte Synthesia ein, indem interne Standards erfüllt wurden (Synthesia) — der Engpass im Großkonzern ist die Freigabe, nicht die Technik.

Die vier hervorgehobenen Punkte sind die Voraussetzungen, an denen Projekte in der Praxis am häufigsten scheitern: menschliche Freigabe, dokumentierte Einwilligung, vorhandener Kanal, Formatumbau.

Wann ein echter Mensch vorzuziehen ist

  • Wenn Beziehungsaufbau der Zweck ist. UBS kombiniert Avatar-Videos ausdrücklich weiter mit Live-Analystengesprächen (Yahoo Finance/Fortune); RHI Magnesita erzielt die besten Resultate „in Kombination mit Live-Q&A-Sitzungen“ (Synthesia).
  • Wenn Emotion und Authentizität den Kern der Botschaft bilden (BOOSTR).
  • Im persönlichen Bewerbungsdialog (PwC).

09 — Gegenwind und Grenzen

Wo Avatare Vertrauen kosten statt schaffen

Wichtig für die Einordnung: Der belegte Gegenwind entsteht nicht bei den B2B-Trainingsfällen, sondern bei synthetischen Menschen in emotionaler Endkundenwerbung. Zwei der folgenden Punkte betreffen Fälle, die die Aufnahmekriterien dieser Recherche nicht erfüllen — sie sind trotzdem relevant.

Kein qualifizierender Fall · Schweiz

SBB: synthetische Menschen in der Winterkampagne

KI-generierte Menschenbilder in einer GA-Winterkampagne lösten eine breite Vertrauensdebatte aus; Kritiker sprachen von einer „synthetischen Wunschwelt“, die mit den Werten der SBB kollidiere (Nau.ch). Die SBB antwortete, KI werde „gezielt dort“ eingesetzt, „wo sie einen klaren Mehrwert schafft“, KI-Inhalte kämen „bewusst nur ergänzend“ zum Einsatz und würden „transparent gekennzeichnet“ (20 Minuten).

Einordnung: statische KI-Bilder, kein Avatar-Präsentierender im Bewegtbild — deshalb nicht in der Liste der zwölf bestätigten Fälle.

Studienevidenz · Deutschland

PwC misst den Recruiting-Nachteil

Im Recruiting-Szenario drückten technische Schwierigkeiten und die Sorge, der Avatar ersetze das persönliche Gespräch, die Bewertungen für Effektivität um 15 % und für Zufriedenheit um 13 % (PwC). Zum Vergleich: VR im Onboarding steigerte die Motivation um 49 %.

Einordnung: Studienergebnis, kein Unternehmenseinsatz. Es existiert kein bestätigter DACH-Recruiting-Fall, der dagegengehalten werden könnte.

Bestätigter Fall · Schweiz

UBS: Akzente werden abgeflacht

Bei manchen Akzenten kam es zu einem „Abflachungseffekt“, der die Individualität der Avatare verringerte; UBS stellte den Start für Betroffene vorübergehend zurück (Cryptopolitan).

Einordnung: offen kommunizierte technische Grenze innerhalb eines qualifizierenden, operativen Einsatzes — der vorbildliche Umgang damit ist Teil der Governance-Story.

Bestätigter Fall · Deutschland

Deutsche Telekom benennt die Reifegrenze selbst

„Emotionen, Mimik und Gestik könnten noch natürlicher wirken“ — Stefan Sieloff, Innovationsmanager (LinkedIn).

Einordnung: Aussage eines aktiven Anwenders, nicht eines Kritikers — genau deshalb belastbar.

Grundsatzkritik · Schweiz

Die Regel, die den Unterschied macht

„Finger weg von KI-Bildern, wenn es um Menschen und Emotionen in der Unternehmenskommunikation geht. Niemals ein Markenerlebnis mit KI suggerieren, das so nie stattgefunden hat.“ Markus Mallaun, Fotograf und KI-Berater — BOOSTR

Einordnung: Genau diese Grenze respektieren die zwölf bestätigten Fälle — sie erklären, übersetzen und schulen, statt ein Erlebnis vorzutäuschen.

Kein qualifizierender Fall · Deutschland

BarmeniaGothaer: Widerspruch zum Markenversprechen

Eine Kampagne mit „hybridem Verfahren aus realem Fotoshooting und KI-Einsatz“ wurde wegen des Widerspruchs zwischen Menschlichkeitsversprechen und synthetischer Bildwelt kritisiert (designtagebuch).

Einordnung: KI-Bildmaterial, kein Avatar-Präsentierender. Der Schaden entstand nicht durch fehlende Kennzeichnung, sondern durch fehlende Passung.

10 — Abgelehnt und nicht verifiziert

37 geprüfte Kandidaten, die es nicht in die Liste geschafft haben

Forschungsintegrität heißt, auch die Ausschlüsse zu zeigen. Vier Gruppen, jede mit Begründung. „Nicht bestätigt“ bedeutet ausschließlich: In dieser Recherche wurde kein qualifizierender Beleg gefunden — nicht, dass kein Einsatz existiert.

4 Chatbot, Voicebot oder konversationeller Assistent Ausschlusskriterium: kein Video-Präsentierender
  • Deutsche Bahn · DE „SEMMI“ ist ein KI-basiertes Sprachdialogsystem, einsetzbar als digitaler Avatar, Sprachbot in der Hotline oder Roboter im Kundenservice; über 100.000 Anfragen, 10 Sprachen, 3 Länder. Deutsche Bahn, DB Skydeck
  • Commerzbank · DE Banking-Avatar „Ava“ in der App auf Basis von Microsoft Azure und dem Antlitz einer Schauspielerin; 90 % gelöste Anliegen bei freigeschalteten Kunden, später 75 % autonome Lösungsquote — aber ein konversationeller Assistent. Commerzbank, comdirect/dpa, CIO
  • Raiffeisen Bank International · AT Metaverse-Filiale mit „Welcoming Avatar“, an einen Chatbot gekoppelt (2023); ein Raiffeisen-OÖ-Veranstaltungs-PDF nennt Video-Avatare nur als Möglichkeit, nicht als Eigeneinsatz. LinkedIn Pulse, Raiffeisen OÖ (PDF)
  • Volkswagen Group · DE Belegt ist nur der ChatGPT-Sprachassistent „IDA“ im Fahrzeug — Sprachassistent, ausgeschlossen. Handelsblatt
9 Kein KI-Präsentierender — andere Technologie Generative Bilder, 3D-Figuren, Face-Swap, VR, Formatoptimierung
  • Deutsche Bahn (Werbung) · DE Fünf vollständig mit Google „Veo“ erzeugte Kampagnenfilme, Mai 2026, mit Hinweis „Erstellt mit KI“ — generative Videowerbung, kein Avatar. Ogilvy, designtagebuch
  • BMW · DE „BMW i – Mega Me“ in der BMW Welt nutzt Face-Swapping in einer 3D-Animation (2023) — Erlebnisinstallation, kein Präsentierender in verteilten Videos. BMW Group PressClub
  • Schaeffler · DE VR-Trainings dokumentiert, kein Avatar — andere Technologie. YouTube Schaeffler
  • voestalpine · AT „Stella Sustainable“ ist eine fiktive 3D-Botschafterin in einem animierten Video mit KI-basierter Vertonung — Animationsfigur mit KI-Stimme, kein KI-generierter menschlicher Präsentierender. Conquest
  • Migros · CH „Grittibänz im Benz“: KI-generierter TikTok-Clip mit über 2,4 Mio. Aufrufen — generative Werbeanimation eines Teigmännchens, B2C. Beobachter, persoenlich.com, SRF
  • SBB · CH KI-generierte Menschenbilder in der GA-Winterkampagne, gekennzeichnet mit „AI generated“ — statische Bilder, kein Bewegtbild-Avatar. Relevant als Risiko-/Backlash-Fall. Nau.ch, 20 Minuten
  • BarmeniaGothaer · DE Kampagne mit hybridem Verfahren aus realem Fotoshooting und KI-Einsatz — KI-Bildmaterial, kein Avatar; als Risiko-Beispiel relevant. designtagebuch
  • Österreichische Post · AT KI-Kampagne mit „VIS.X AI“ zur automatisierten Formaterzeugung (CVR ~70 %) — Werbeformat-Optimierung, kein Avatar. INTERNET WORLD Austria
  • Erste Group · AT Nur Video-Ident-Verfahren aus 2017 auffindbar — keine KI-Avatare. Erste Group
1 Alter Proof-of-Concept Vorführung außerhalb des Recherchezeitraums
  • Mercedes-Benz · DE Der digitale Avatar „Sarah“ von Daimler Financial Services stammt vom MWC 2018 und wurde als Konzept vorgestellt; kein Beleg für operativen generativen Avatar-Einsatz im Recherchezeitraum. YouTube MWC 2018
23 Kein qualifizierender öffentlicher Nachweis Keine Erstpartei- oder Anbieterquelle mit Avatar-Nutzung
  • Siemens · DEKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Deutsche Bank · DE Nur allgemeine KI-Transformation („dbLumina“, >800.000 eingesparte Stunden), kein Avatar-Bezug. YouTube dbLumina
  • Allianz · DE KI-Einsatz und Anthropic-Partnerschaft dokumentiert, kein Avatar. Handelsblatt
  • Munich Re · DEKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • DATEV · DE Zahlreiche KI-Aktivitäten, aber kein Avatar-Einsatz belegt. DATEV
  • MAN · DEKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Continental · DEKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Bosch Rexroth · DE Academy-Trainingsangebot dokumentiert; der belegte Avatar-Einsatz betrifft Bosch konzernweit, nicht Rexroth spezifisch. Bosch Rexroth Academy
  • Brenntag · DENur YouTube-Kanalpräsenz auffindbar, kein Avatar-Beleg. Quelle: k. A.
  • Wacker Chemie · DEKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Bayer · DEKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • AOK Systems · DE Keine Belege; im AOK-Umfeld nur ein Veranstaltungshinweis des AOK-Verlags, nicht von AOK Systems. AOK-Verlag
  • SIOS Meßtechnik · DE Nur Produkt- und Unternehmensinformationen zur Laserinterferometrie auffindbar, kein Avatar-Bezug in irgendeiner Quelle. SIOS
  • Evalanche / SC-Networks · DE KI-Themen in Webinaren, kein Avatar-Einsatz belegt. SC-Networks
  • AISCI Ident · DEKeine Quelle mit Avatar-Bezug gefunden. Quelle: k. A.
  • OMV · ATKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Coop Schweiz · CHKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Swisscom · CH Publiziert Leitfäden zu generativer Video-KI und empfiehlt, KI-Werke immer als KI-generiert zu deklarieren — Ratgeberinhalt, kein Eigeneinsatz. Swisscom
  • ABB · CHKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Roche · CHKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Novartis · CHKein Beleg gefunden. Quelle: k. A.
  • Zurich Insurance · CH Nur ein LinkedIn-Agenturbeitrag ohne abrufbare Inhaltsdetails; Evidenz nicht belastbar. LinkedIn Bright Blue Day
  • Kendox · CH/DE/AT Der DMS-Anbieter bewarb 2025 eine kostenlose Expertenschulung zur Videoproduktion mit KI-Avataren inklusive eigenem digitalen Klon — Schulungsangebot, kein Nachweis eines eigenen operativen Einsatzes. Kendox

11 — Methodik und Evidenzgrenzen

Was diese Recherche nicht belegt

Jede Tatsachenaussage auf dieser Seite ist mit einem Link auf die abgerufene Quelle belegt. Wo ein Wert fehlt, steht k. A. Diese sieben Grenzen gehören zur Lektüre dazu.

  • Anbieterlastigkeit der Zahlen

    Die meisten Kennzahlen stammen aus Fallstudien von Synthesia oder HeyGen — also von Parteien mit kommerziellem Interesse. Unabhängige Nachprüfungen wurden in dieser Recherche nicht gefunden; die Methodik hinter den Zahlen ist meist nicht offengelegt (Beispiel Synthesia, Beispiel HeyGen).

  • Kein belegter Umsatz- oder Lead-Effekt

    Kein bestätigter DACH-Fall weist einen kausalen Umsatz-, Pipeline- oder Abschlusseffekt aus. Der beste externe Wirkungsnachweis sind E-Mail-Engagement-Werte der Lufthansa Group (Virtual Identity).

  • Governance ist fast überall unterdokumentiert

    Nur bei UBS sind Freiwilligkeit, HR-Freigabe, Skriptfreigabe und Kennzeichnung belegt (Cryptopolitan, netzwoche). Zu Betriebsrat, Mitbestimmung oder DSGVO-Folgenabschätzung in den deutschen Fällen: k. A.

  • Ganze Branchen fehlen

    Keine bestätigten Fälle bei Versicherungen, Banken außer UBS, Automobil-OEMs, Chemie und Pharma außer Merck. Diese Lücke wird hier offen benannt statt kaschiert — die geprüften Kandidaten stehen in Abschnitt 10.

  • Die Schweiz ist stark unterrepräsentiert

    Ein einziger bestätigter Fall. Es wurde auf Deutsch und Englisch gesucht; französisch- und italienischsprachige Schweizer Quellen wurden nur punktuell erfasst (ictjournal) — für die Schweiz besteht dadurch ein zusätzliches Abdeckungsrisiko.

  • Zeitliche Streuung und Paywalls

    Die Belege reichen von 2023 (Startup Autobahn) bis Juli 2026. Ältere Kennzahlen bilden nicht zwingend den heutigen Stand ab. Der Handelsblatt-Volltext war nur teilweise frei zugänglich; die zitierten Bosch- und SAP-Aussagen stammen aus der Volltextindexierung derselben URL (Handelsblatt). Bei Synthesia-Seiten zu SAP, Merck und METRO waren nur Rahmen, Kurzzitate und Teaser abrufbar.

  • Negative Befunde sind keine Beweise für Abwesenheit

    „Nicht bestätigt“ heißt: In dieser Session wurde kein qualifizierender Beleg gefunden. Insbesondere die Handelsblatt-Aussage, unter Synthesias Kunden befänden sich „fast alle im deutschen Leitindex Dax notierten Konzerne“, legt nahe, dass zahlreiche weitere DAX-Unternehmen Avatare einsetzen, ohne dies öffentlich zu dokumentieren (Handelsblatt).

Ausschlusskriterien und nicht verwendete Quellen

Ausgeschlossen wurden Chatbots und Voicebots, 3D-Animationsfiguren, reine KI-Bildkampagnen sowie Proof-of-Concepts außerhalb des Recherchezeitraums. Nicht als Beleg herangezogen wurden generische Tool-Vergleichsblogs, SEO-Listicles, Affiliate-Reviews und Agentur-Landingpages ohne benannte Kundenreferenz. Zum amtlichen Wortlaut der KI-Verordnung: EUR-Lex war in der Recherchesession nicht abrufbar, zitiert wurde eine nicht-amtliche Volltextwiedergabe sowie die Umsetzungs-Timeline.

12 — Über den Autor

Über den Autor

Redaktionell verantwortlich für Auswahl, Einordnung und Veröffentlichung dieser Seite.

Markus Morgenweck

Inhaber DESIGNROAD71 · B2B-Marketing für den Mittelstand

Markus Morgenweck ist Inhaber von DESIGNROAD71, einer B2B-Marketing-Beratung für den deutschen Mittelstand. Er gehört zu den wenigen Beratern, die B2B-Marketing nicht nur strategisch entwickeln, sondern mit konsequent eingesetzter KI auch selbst umsetzen. Für Industrie- und Technologieunternehmen mit 50 bis 1.500 Mitarbeitern, direkt mit dem Experten, ohne Agentur-Overhead.

Sein Prinzip: KI liefert erst dann professionellen Output, wenn echtes Fachwissen sie steuert. Kein Hype, keine Buzzwords, sondern messbare Ergebnisse. Dieses Handwerk hat Markus Morgenweck über 20 Jahre aufgebaut. Von 2006 bis 2017 führte er als Inhaber seine eigene Agentur, New Medians, und betreute Marken wie Coca Cola, EDEKA, Wöhrl, AFAG Messegesellschaft und Globus. Danach brachte er sein Marketing direkt in die Industrie, unter anderem für Baumüller, Bosch Rexroth, ASSA ABLOY und Nestlé.

Heute konzentriert er sich mit DESIGNROAD71 auf vier Felder, die er jeweils von der Strategie bis zur fertigen Umsetzung für seine Kunden verantwortet: B2B-Content-Marketing und LinkedIn-Strategie, Marketing Automation und Lead-Generierung mit HubSpot und ActiveCampaign, KI-Avatar-Videos für B2B, und KI-Enablement für Marketingteams, die mit Claude und ChatGPT eigene Prozesse und Skills aufbauen wollen. Seine Kunden sind mittelständische Industrie- und Technologieunternehmen wie SIOS Präzisionsmesstechnik, Evalanche, AOK Systems, Leicher, Overnight Design, AISCI Ident und PIEL.

Was Markus Morgenweck von klassischen Beratern trennt: Er wendet KI nicht nur an, er baut die Systeme dahinter selbst. Für DESIGNROAD71 hat er einen eigenen KI-Orchestrator entwickelt, der wie eine ganze Marketing-Abteilung arbeitet. Eine zentrale Steuerung verteilt Aufgaben an spezialisierte KI-Agenten und greift auf ein Arsenal selbst gebauter Skills zurück. So entsteht die Produktionskraft eines Teams, gesteuert von einer einzigen Person. Dieselbe Kompetenz bringt er direkt zu seinen Kunden. Für den Marketing-Automation-Anbieter Evalanche schulte er den Chief Revenue Officer im Einsatz von KI und entwickelte gemeinsam mit ihm einen KI-gestützten Vertriebskalkulator, der Evalanches Vertrieb beim Verkaufen hilft und es deren Partnern und Kunden erlaubt, sich mit dem Wettbewerb zu vergleichen und so die passende Marketing-Automation-Software zu finden. Den Präzisionsmesstechnik-Spezialisten SIOS macht er dort sichtbar, wo heute gesucht wird: in KI-Systemen wie ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity ebenso wie bei Google. Für denselben Kunden produziert er KI-Avatare, die Produkte erklären und auf Messen auftreten, für einen Auftritt in China sogar fließend auf Chinesisch. Und er befähigt dessen Marketingabteilung, selbst mit KI zu arbeiten, mit Lösungen, die exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Nichts von der Stange.

Dass dieser Ansatz messbar wirkt, zeigen konkrete Projekte. Für die Präsentationsagentur Overnight Design baute er eine KI-gestützte LinkedIn-Content-Engine, die rein organisch über 1.500 relevante Kontakte gewann, ohne Werbebudget, und dem Kunden Sartorius als Großkunden brachte. Für AISCI Ident begleitete er die Einführung von Marketing Automation und überführte dabei die Kundendaten aus dem bestehenden ERP-System ins CRM. Von 2023 bis Ende 2025 entwickelte er zudem eine Content-Marketing-Strategie, verbunden mit SEO, und baute den neuen Produktbereich autonome mobile Roboter für die Logistikbranche komplett online auf: nach sechs Wochen rankten mehr als 20 Keywords, nach sechs Monaten hatte der Kunde über 100 qualifizierte Leads, und die Seiten erschienen in KI-generierten Suchergebnissen.

Sein Wissen teilt Markus Morgenweck offen auf LinkedIn, YouTube und TikTok. Was ihn antreibt, ist eine klare Haltung: KI ist ein Hebel, kein Selbstzweck, und sie entfaltet ihren Wert erst mit dem Fachwissen dahinter.

Am Ende zählt für Markus Morgenweck ein persönlicher Wunsch: irgendwann mit einem Lächeln von der Bühne des Lebens abzutreten, nie zu müde gewesen, Neues zu lernen, und die Menschen begeistert zu haben, die er liebt und schätzt, seine Kunden eingeschlossen.

Angaben und Projektergebnisse in diesem Autorenprofil: DESIGNROAD71. Diese Angaben sind Selbstauskunft des Autors und nicht Teil der oben zitierten externen Forschungsquellen.

Anhang — Quellenverzeichnis

Alle verwendeten Quellen

Sämtliche in der zugrundeliegenden Recherche abgerufenen Quellen, gruppiert nach Typ. Externe Links öffnen in einem neuen Tab.

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Erstpartei-Quellen der Unternehmen

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